Gr├╝ndungsentscheidung

Vorwort > Gründungsentscheidung > Vorüberlegungen > Spätestens nach Gründung > Die Gilde leiten > Kooperation mit anderen Gilden

  1. Ist eine Gründung sinnvoll?
  2. Was soll schon schief gehen?
  3. Was kann man tun?
  4. Wann überhaupt anfangen?

Gründungsentscheidung

1. Ist eine Gründung sinnvoll?

Die Gildenhysterie:

Ohne verallgemeinern zu wollen – in vielen MMOs gründet sich eine neue Gilde immer dann, wenn zwei Spieler unverhofft aufeinander prallen. Viele Leute wollen lieber Ihr eigenes Süppchen kochen um sich nicht mit anderen abstimmen zu müssen. Das mag zwar am Anfang der Fall sein aber später musst Du dich immer mit deinen Mitspielern abstimmen.
Um das eigentliche Problem der schieren Masse an Gilden bildlich zu auszudrücken: Es gibt keinen Grund in derselben Straße zwischen Pizzapaul und Frittenfritz einen Würstchenstand aufzumachen. Die Kundschaft würde dementsprechend dünn ausfallen. Du musst etwas besseres bieten als billige Standardkost, um da mitzuhalten. Eigentlich willst Du doch viel lieber ein solides Restaurant mit guter Stammkundschaft führen, habe ich nicht Recht?

 

Erwäge deine Möglichkeiten:

Bevor Du wirklich beginnst deinen Beschluss in die Tat umzusetzen, schmeiß für den Augenblick allen Enthusiasmus über Bord und bedenke in Ruhe noch einmal nüchtern und gelassen deine Optionen:

Warum nicht versuchen einer bestehenden Gilde beizutreten? Gewiss gibt es eine Gilde, die in deine Richtung passt. Und als Gildenmitglied hast Du auch die Möglichkeit (ja, sogar das Recht!) am Konzept deiner Organisation mitzuwirken. Du brauchst nur etwas Überzeugungskraft, die man als Gildenleiter sowieso mitbringen muss. Es ist viel leichter Vorschläge zu unterbreiten und Unterstützung anzubieten, als der arme Teufel zu sein, der den Laden zum Laufen bringen und ein gutes Führungsteam aufstellen muss. Mitspieler die eine Gildenleitung unterstützen oder ihr beiwohnen wollen werden immer gebraucht. Es gibt einfach so wenige.

 

Erst spielen, dann Gründen:

Und für all jene, welche planen eine Pre-Release Gilde aufzumachen, ohne jemals das Spiel wenigstens in einer Beta probegespielt zu haben ein Ratschlag: Lasst bloß eure Finger da weg!

Die Geschichte lehrt uns, dass mehr als 80% der MMORPGs mit nennenswertem Kapital und Entwicklungsaufwand dennoch zum Flop werden. Sei es, weil sie es nicht zum Release schaffen, oder der Veröffentlichungstermin aus finanziellen Gründen viel zu früh angesetzt wird. Diese Spiele kommen eigentlich immer unfertig auf den Markt, was in der Regel das Spielerlebnis äußerst negativ beeinflusst. Und groß ändern tut sich das danach auch nicht mehr, dass könnt ihr mir glauben.
Die meisten solcher Titel kennt man ja auch gar nicht, weil sie ja schon untergehen bevor die große Marketingmaschinerie hochgefahren wird. Ich wage sogar zu behaupten, dass gerade mal jedes 10te komplexere MMO überhaupt eine Chance hat, einigermaßen Reibungslos zu starten und vor allem langfristigen Spielspaß zu garantieren, falls der Support nicht auch noch mies ist. Und von diesen werden noch einmal gut mehr als die Hälfte wegen mangelnder Abonnentenzahlen eingestellt oder komplett umgekrempelt (WoWfiziert), was dann die treuen Abonnenten verschreckt, die gerade wegen Besonderheiten das Spiel mögen.

Dies sind düstere Aussichten – und wer mich als Schwarzmaler bezeichnet muss diese bitteren Erfahrungen eben selbst machen. Mein Rat lautet jedenfalls: Nichts aufwendiges zu unternehmen, bis man sich dank eigener Erfahrungen im klaren ist, den Titel auch tatsächlich mehr als ein halbes Jahr spielen zu wollen.

 

2. Was soll schon schief gehen?

Oh, jede Menge. Es ist wirklich keine einfache Aufgabe und klingt nach einer schlechten Werbung für ein MMORPG:

Arbeite ein Konzept aus, das die richtigen Leute anzieht und anhaltend begeistert. Meistere zahlreiche Schwierigkeiten und Entscheidungen. Selbst wenn Du alles „richtig“ machst kann deine Gilde immer noch kläglich an den gegebenen Umständen scheitern… Das Abenteuer erwartet dich!

Besonders Kleinstsgilden haben es nicht leicht. Damit meine ich Gilden, die es nicht schaffen in einem angemessenen Zeitraum (ich persönlich setze hier ab offizieller Gründung vier Wochen an) die Zehnermarke zu überschreiten oder die im Spielverlauf in sich zusammenschrumpfen (ganz typisch für Pre-Release- und Beta-Gilden). Es ist eben schwerer mit wenigen etwas auf die Beine zu stellen. Hinzu kommen noch unterschiedliche Anforderungen des Spiels, die erfüllt werden müssen um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Z.B. In-Game Geldzahlungen oder In-Game-Skills des Gründers (was ich persönlich gut finde).

 

Aber Achtung: Denkfehler!

Nochmal: Größe hat keinerlei, null, nie – und nicht im Geringsten – Aussagekraft über Qualität und Spielerfolg! Das Blatt großer Gilden wendet sich überraschend schnell, wenn es ihnen an engagierten Mitstreitern mangelt und Beziehungen zwischen den Mitspielern unpersönlich bleiben. Leider ist natürlich einiger Spielcontent nur für große Gruppen ausgelegt. Das ist ja oft das Dilemma! Da hilft aber zum Glück auch die Kooperation mit Partnergilden (dazu kommen wir später noch).

 

Du bist nicht allein:

Nicht unbedenklich auch der Konkurrenzdruck zwischen den Gilden. Aus Furcht vor Bedeutungslosigkeit, aufgrund einer gewünschten Machtposition oder Raidzielen nehmen so genannte Massen- oder Übergilden wahllos und zahllos Mitglieder auf – in der trügerischen Hoffnung sich so einem Nebenbuhler gegenüber einen Vorteil zu verschaffen. Die Spielerfahrung in solchen PA´s ist aufgrund von Machtkämpfen und der schon genannten Unpersönlichkeit meist mies und "Opfer" haben danach oft Vorbehalte gegenüber Gilden, da sie ja nicht wissen können, dass es auch anders geht.

Die PA Landschaft ist gerade bei Mainstream-Titeln einfach die Hölle – und das schon lange vor der Betaphase. Ich kann nur dazu Raten sich der "Konkurrenz" gegenüber gelassen zu verhalten, sich mit einer Schärfung des eigenen Profils hervorzutun, mit ihnen einen freundlichen Umgang zu wahren und – in einem guten Verhältnis zusammen zu arbeiten.

 

3. Also was tun?

Zumindest nicht gleich entmutigen lassen. Stehe deinem Wunsch selbstkritisch gegenüber, beantworte dir diese Fragen und lass dir für deine Entscheidung etwas Zeit:

  • Bist Du sicher, dass Dir dieses Spiel langfristig Spaß machen wird?
  • Bist Du dir sicher, dass es keine Gilde gibt, die deinen Bedürfnissen gerecht wird oder ihnen nahe kommt?
  • Bist Du fit, kreativ, überzeugungs- und teamfähig?
  • Hast Du genug Freizeit um einige Wochen lang zu planen und als Gildenleiter über Monate durchzuhalten?
  • Kennst Du Leute die dir helfen werden, so dass nicht alle Aufgaben auf dich zurückfallen und auch von anderer Seite gute Ideen kommen?
  • Kannst Du es verkraften, dass sich Dein Traum trotz aller Bemühungen in Luft auflöst?
  • Gründest Du die Gilde allein aus Eigennutz oder machst Du es für die Gemeinschaft?
  • Kannst Du Aufgaben delegieren? (Es ist gefährlich alles selbst zu tun)
  • Kannst Du andere Ansichten zulassen und auf andere Wünsche Rücksicht nehmen?
  • Kannst Du Dir und anderen gegenüber Fehler eingestehen und so positives daraus ableiten?

Wie Du Dich entscheidest ist deine Sache. Ich würde aber jedem Zweifelnden und besonders Neulingen empfehlen, erst einmal einer PA beizutreten und dort mitzuhelfen um Erfahrung zu sammeln und ein Gespür dafür zu entwickeln, was man als Gildenleiter so zu tun hat. Ich selbst habe es, obwohl ich erst spät nach dem Release in eine Gilde eingestiegen war, schnell geschafft aktiv in den Entscheidungsgremien meiner ersten Gilde mitzuwirken. Auf der anderen Seite würde es mich freuen mehr engagierten Gildenleitern zu begegnen.

 

4. Wann überhaupt Anfangen?

Pre-Release / Release:

Das Problem ist doch folgendes: Je später Du deine Gilde startest, desto geringer sind die Chancen bei der gewaltigen Anzahl an konkurrierenden und meist einander sehr ähnlichen Mitbewerbern hervorzustechen. Je früher man aber beginnt (Stichwort Betaphase) desto mehr stützt man sich auf Vermutungen die sich später als Haltlos erweisen. Sich ändernde Spielkonzepte und neue Erfahrungen ändern Ziele der eigenen Mitglieder und bewirken Uneinigkeit und Abschiede. Das ist normal und damit muss man jederzeit zurechtkommen. Außerdem verpuffen Anstrengungen und Ideen für ein Konzept mit jeder Wandlung des Spielprinzips. Und es darf auch – wie schon erwähnt – nicht vergessen werden, dass gerade ein neues Online-Rollenspiel sich schnell als gigantischer Flop herausstellen kann.

Daher möchte ich Dir noch einmal raten, keine Pre-Release Gilde zu gründen oder aber frühestens ab der Open-Beta damit zu beginnen, wenn Du Gelegenheit hattest das Spiel zu testen. Auch wenn Du für ein Spiel große Hoffnungen hegst, musst Du Dir und anderen Zeit lassen sich mit den Möglichkeiten vertraut zu machen um zu wissen welche Interessen sie innerhalb einer Gilde überhaupt verbinden und vor allem, ob der Plan überhaupt so realisierbar ist wie er gedacht war.

Add-On:

…sind eine günstige Gelegenheit um neue Gilden zu gründen, weil sich das System und daher auch viele Gilden in einem Umbruch befinden.

 

Fazit:

Eine gut geführte Gilde mit klaren gemeinsamen Zielvorstellungen und Merkmalen wird immer gute Chancen haben. Wenn du in den Foren und im Spiel gute Kontakte knüpfst bekommst du auch die nötige Führungsmannschaft zusammen, wenn die Massen sich nicht in dein Bewerbungsforum drängen.

 

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